Klassische Schulmedizin

Bild: Der Knochenmann erinnert den Betrachter an seine eigene Sterblichkeit. Aus dem ersten modernen Anatomielehrbuch: Andreas Vesalius: De humani corporis fabrica libri septem, 1543.

Als Schulmedizin wird die Medizin verstanden, welche an den Universitäten nach heute gültigen wissenschaftlichen Grundsätzen gelehrt wird. Nicht-schulmedizinische Ansätze und Therapien werden meist als Komplementärmedizin oder Alternativmedizin bezeichnet. Übergänge sind zum Teil fliessend; nicht immer lassen sich die Therapieformen scharf abgrenzen.

Komplementärmedizin versus Alternativmedizin
Der Begriff Alternativmedizin erscheint heute zu unscharf, da er oftmals eine ablehnende Haltung der etablierten Medizin gegenüber ausdrückt. Da auch viele unkonventionelle Heilmethoden der  Alternativmedizin zugerechnet werden, wird dieser Begriff zum Sammelsurium medizinischer und nichtmedizinischer Therapieansätze.

Im Gegensatz dazu werden unter Komplentärmedizin (lateinisch komplement: ergänzend)  zwar nicht zur Schulmedizin gehörende, jedoch etablierte,  im weiteren Sinne naturwissenschaftlich orientierte Verfahren zusammengefasst. Diesen Verfahren liegt ein systematisches Denken zugrunde. Sie haben sich im Laufe der Zeit aus der gängigen Schulmedizin heraus gebildet. Beispiele dafür sind die Pflanzenheilkunde,  die Klassische Homöopathie oder auch die Akupunktur.

Nicht selten werden früher zur Schulmedizin gehörende Therapieverfahren heute als Alternativ- oder Komplementärmedizin bezeichnet. Beispiele dafür sind die Hirudotherapie (Blutegeltherapie), Balneotherapie (Bädertherapie), Hydrotherapie (Wassertreten) oder auch das Schröpfen.

Folgende Bezeichnung werden als Synonyme verwendet: Alternative Medizin, Komplementärmedizin,  Erfahrungsmedizin, Biologische Medizin, Unkonventionelle Therapieverfahren, Ganzheitsmedizin, Holistische Medizin u.a.

 

Der Ursprung der abendländischen Medizin als Wissenschaft geht auf Hippokrates von Kos (um 460 v.Chr.) zurück, der die sogenannte Säftelehre oder Humoralpathologie postulierte. Diese geht davon aus, dass ein Ungleichgewicht der vier Kardinalsäfte (Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle) dazu führen, dass ein Mensch krank wird. Der wichtige römische Arzt Galen von Pergamon (129-199 n.Chr.) erweiterte diese Lehre, welche sich bis ins späte Mittelalter behaupten konnte.

 

Abbildung: Portrait von Paracelus nach einem Kupferstich von A. Hirschvogel, 1540.

Schon in der Frühzeit  waren vor allem die Pflanzen die Basis der medikamentösen Therapie. Allerdings wurden bereits früh auch Mineralien oder Metalle in die Therapie eingeführt. Es war auch ein Verdienst von Paracelsus (1493-1541), dass sogenannte chymiatrische (also chemische) Mittel als Medikamente Verwendung fanden. Diese Epoche wird auch als iatrochemische (griechisch iatros: Arzt) Zeit bezeichnet.
 

Bis zum Beginn der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Medikamente in der Apotheke selber hergestellt. Mit dem Aufkommen der ersten pharmazeutischen Firmen, welche oftmals aus Apotheken hervorgegangen sind,  wurde das pharmazeutische Handwerk mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich das Berufsbild des Apothekers vom reinen Arzneimittelhersteller zum Spezialisten rund um das Medikament entwickelt.

Der schulmedizinische Arzneischatz ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts kontinuierlich gewachsen und heute steht eine kaum zu überblickende Vielfalt an Arzneistoffen zur Verfügung. Unserer Geschäftsphilosophie entsprechend  gibt es nicht ein entweder (Schulmedizin) oder (Komplementärmedizin), sondern ein sowohl als auch. Ein gegenseitiges Anerkennen und Respektieren der unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten ist uns ein wichtiges Anliegen.

Es ist eine der grossen Herausforderungen, zum richtigen Zeitpunkt das richtige schulmedizinische- oder komplementärmedizinische Medikament zum Wohle des Patienten und der Patientin zu wählen.

 

Links:

www.nature.com
www.thecochranelibrary.com 

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